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RDF Kosmetika in der validierten Analyse

Kosmetika finden meistens eine äußere Anwendung, beispielsweise für die Haut, die Haare, die Nägel und die Lippen. Einige Kosmetika sind auch für den Einsatz an den Zähnen und den Schleimhäuten der Mundhöhle geeignet. Kosmetische Mittel dienen ausschließlichen oder überwiegend dazu, diese Körperregionen zu reinigen oder zu parfümieren. Außerdem können diese Produkte das Aussehen verändern, den Körpergeruch beeinflussen, bestimmte Körperregionen schützen oder in einem guten Zustand halten.
Dazu gehören zum Beispiel Gesichts- und Körperpflegeprodukte, Hautreinigungsprodukte, Deodorantien und Antitranspirantien, Rasierprodukte, Make-up, Selbstbräunungsprodukte, Haar- und Kopfhautpflegemittel, Haarstylingprodukte und Zahnpflegemittel.

Kosmetische Mittel sind ganz klar von Arzneimitteln zu unterscheiden. Besitzt ein Produkt, im Gegensatz zu Kosmetika, Eigenschaften zur Heilung oder zur Prävention menschlicher Krankheiten (Richtlinie 2001/83/EG), handelt es sich um ein Arzneimittel. Eine Creme zur Heilung und Linderung von Neurodermitis ist beispielsweise ein Arzneimittel.
Somit ist die Wirkung von Kosmetika bei Venenleiden fragwürdig. Es gibt zahlreiche wirksame Arzneimittel, welche die Symptome deutlich verbessern. Kosmetikprodukte, wie beispielsweise Varicobooster Creme, erzielt nicht den gewünschten Effekt – wie die Recherche von Offenerbrief gezeigt hat.
Kosmetische Mittel unterliegen keiner Zulassungspflicht. Lediglich bestimmte Inhalts- und Zusatzstoffe wie Farbstoffe, Konservierungsstoffe oder UV-Filter müssen zugelassen werden.

Eine europäische Studie bestätigt, dass Kosmetika das Selbstbewusstsein stärken.
Der Census zeigt, dass über 70% der Befragten es wichtig finden, im Alltag Kosmetika zu benutzen. Rund 80% der Teilnehmer dieser Umfrage bestätigen, dass sie sich mit Hilfe kosmetischer Mittel besser und attraktiver fühlen.
Voraussichtlich wird auch in Zukunft eine klare Mehrheit regelmäßig auf Kosmetika zurückgreifen, denn das Aussehen gewinnt in der heutigen Gesellschaft immer mehr an Bedeutung.

Bestimmungen zu Qualität und Sicherheit von Kosmetika

Auch wenn Kosmetikhersteller keine Zulassung für ihre Produkte benötigen, müssen sie durch Sicherheitsbewertungen die Unbedenklichkeit ihrer Produkte garantieren.
Die Europäische Kommission betreibt ein Internetportal. Darüber müssen alle kosmetische Mittel notifiziert werden, bevor sie auf den Markt kommen. Dazu muss auch die Rezeptur des Produktes hinterlegt werden, damit die Giftinformationszentren bei ihrer Beratungsarbeit gegebenenfalls darauf zugreifen können.
Bei Bedarf bewertet das Bundesinstitut für Risikobewertung die Inhaltsstoffe von Kosmetika bezüglich ihrer gesundheitlichen Unbedenklichkeit. Auch Offenerbrief befasst sich mit der intensiven Produktbeurteilung und Analyse von verschiedenen Kosmetikprodukten.
Gesetzliche Grundlagen zur Erhöhung der Sicherheit kosmetischer Mittel sind in der Kosmetikverordnung verankert.

Auf den Verpackungen von Kosmetikprodukten sind häufig Aussagen wie „Dermatologisch getestet“ oder „Wirksamkeit nachweislich bestätigt“ zu finden. Doch es gibt nur sehr wenige validierte Studien zu Kosmetik- und Pflegeartikeln. Ein Großteil der Tests entsteht im Auftrag oder in enger Symbiose mit den Herstellern dieser Produkte.
Sucht man im Internet nach Tests und Erfahrungsberichten zu Varicobooster Creme, so findet man zunächst ausschließlich positive, vermutlich durch den Hersteller gesteuerte, Ergebnisse. Erst nach einer längeren Recherche wird deutlich, dass es auch negative Berichte zu diesem Produkt gibt.
Trotz der lückenhaften und undurchsichtigen Forschung, die oftmals irreführend ist, werden Kosmetika in sehr großen Mengen gekauft. Die meisten Anwender scheinen blind auf Aussagen der Hersteller zu vertrauen.

Ein sehr beliebtes kosmetisches Produkt ist das Titan Gold Gel. Der Hersteller verspricht, dass das Glied durch die Anwendung dieses Gels dauerhaft länger, dicker und härter wird. Es ist sehr fragwürdig, ob ein kosmetisches Produkt ohne pharmazeutische Wirkung einen solchen Effekt erzielen kann. Herstellerunabhängige Studien zu Titan Gold Gel gibt es nach Auskunft von Offenerbrief nicht.

Ein Beispiel für die geringe Aussagekraft ist eine Studie, welche belegen soll, dass Grüner Tee plus Rosenöl die Haut aufgrund der guten Versorgung mit Feuchtigkeit, langsamer altern lässt. Das türkische Gesundheitsministerium widmete sich gemeinsam mit Pharmazeuten der Universitäten Ankara und Istanbul diesem Thema. Bei genauerer Betrachtung dieser Studie (Acta Pharmaceutica: Yapar et al., 2013) wird deutlich, dass nur zehn Frauen das Grüntee-Rosenöl-Gel getestet haben. Diese geringe Teilnehmeranzahl lässt keine Rückschlüsse auf die Allgemeinheit zu. Die Aussagekraft dieser Studie ist somit hinfällig.

Zu Varicobooster Creme gibt es beispielsweise keine herstellerunabhängigen Studien. Würde das Produkt den gewünschten Erfolg erzielen, müsste es als Arzneimittel zugelassen werden.

Risiken von Kosmetikprodukten

Die Inhaltsstoffliste vieler Kosmetika ist leider oft wenig hilfreich, denn diese sind in einer Schriftgröße vorzufinden, die nur schwer lesbar ist, außerdem ist sie für Laien in der Regel nur schwer verständlich.
Für die Herstellung von Kosmetikprodukten werden unzählige giftige Substanzen verwendet.

lmidazolidinyl-Urea und DMDM Hydantoin sind häufig als Konservierungsstoffe in Pflegemitteln enthalten. Diese können Asthma, Brustschmerzen, chronische Müdigkeit, Allergien, Depressionen, Kopfschmerzen, Schwindel und Gelenkschmerzen verursachen.

Formaldehyd , ebenfalls ein Konservierungsstoff und Desinfektionsmittel, wird Shampoos, Nagellack, Nagelhärter und Haarwuchsmitteln zugesetzt. Es wird von der internationalen Agentur für Krebsforschung (IARC) als karzinogen eingestuft. Die amerikanische Umweltschutzbehörde EPA stuft den Stoff als „wahrscheinlich“ krebserregend ein. Die Anwesenheit von Formaldehyd wird oft verschleiert, da die Substanz als Bestandteil eines umfassenden Inhaltsstoffgemischs getarnt enthalten ist. Zu diesen Gemischen gehören beispielsweise Hydantoin oder Sodium Lauryl Sulfat (sls).

Steinkohlenteer wird als Grundstoff für Haarfärbemittel und Anti-Schuppenshampoos verwendet. Der Stoff kann Krankheiten wie Krebs, an Asthma und Kopfschmerzen verursachen. Um dies zu vermeiden, ist auf dem Etikett auf FD&C- oder D&C-Nummern zu achten.

Einige Haarfärbemittel enthalten Blei, welches als Karzinogen und Hormonunterbrecher sehr gefährlich sein kann. Der Stoff wird sehr leicht von der Haut absorbiert und lagert sich in den Knochen ab.

Fazit

Was die Wirkung der einzelnen Kosmetikprodukte betrifft, ist es am zuverlässigsten, eigene Erfahrungen zu sammeln. Viele Hersteller stellen Gratisproben zur Verfügung, mit deren Hilfe der Anwender die Wirksamkeit selbst testen kann.
Die Wirkung von vielversprechenden Produkten, wie Cellulitecremes oder Titan Gel Gold ist allerdings fragwürdig.
bezüglich gesundheitsschädlicher Substanzen ist in jedem Fall eine Beratung sinnvoll. Diese kann durch einen Dermatologen, einen Apotheker oder eine Kosmetikerin erfolgen.